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Musik, music ............ turn the tape on.

  • Autorenbild: Fz Me
    Fz Me
  • 8. Okt. 2020
  • 5 Min. Lesezeit

Musik, vor allem Rockmusik, ist für mich ein Teil meines Lebens. Ohne geht´s gar nicht. Mittlerweile hab ich zwar ein Alter erreicht, wo ich nicht jeden Tag Musik brauche, aber länger als zwei Tage Abstinenz sind nicht drin. Und ich unterscheide für mich nicht mehr ( war früher anders, vielleicht komme ich noch dazu ) zwischen guter und schlechter Musik sondern zwischen kann ich anhören und kann ich nicht anhören. Ist auch immer mit der Situation verbunden oftmals ist es aber auch geprägt von dem, was ich sonst so gerne höre.

Das heißt, das ich mittlerweile mir auch mal ein paar Techno Sachen reinziehe oder ein bairisches Kammermusikkonzert anhöre. Beides ist zwar selten und da muss die Stimmung und Gegebenheit passen, aber früher, in der wilden Sturm- und Drang Phase, durfte bei mir zu Hause kein Techno gespielt werden. Überhaupt elektronische Musik war schon am Rande der Erlaubtheitsskala. Ach so, dann doch mal ausschweifen, denn jeder denkt, daheim kann doch jeder hören was er mag und so. Nein, mein Zimmer war für knappe sechs Jahre so was wie das inoffizielle Jugendzentrum in meiner kleinen Stadt. Und wies aufm halben Dorf ( schon größer ) so ist - Hauptsache jeder ist ungefähr gleich alt. Demnach wurde ich natürlich mit so illustren Sachen wie Eurodance und sonstigen wahnsinnigen Antiergrüssen aus den Neunzigern gequält. Aber Techno ging nicht. Aus. Faboddn. Auch Hip-Hop und Rapmusik hatten eine sehr kurze Verweildauer in meinem CD-Player. Außer Cypress Hill und später dann die 4. Kein Gangstagemucke und kein Gezucke. Dieses ganze Vollanderskrass Zeugs aus den Staaten, bähhhh, heut immer noch nicht. Kein Snoop, kein Zweibacke und wie der ganze Haufen so hieß, den die Checker und Schwörer immer so "krass" fanden. Auf der anderen Seite hatte ich auch starke Probleme mit diesem Weichspülhaarspray "Rock" der 80er. Europe - kann ich immer noch im hohen Strahl kotzen. Dieses glattpolierte Studiodreckszeugs. Aber, die 80er waren ja vorbei und wir hatten? Richtig gute Rockmusik..... Den Vorspann machten noch aus den 80ern kommend die Bands Metallica und Guns ´n Roses. Das war schon was anderes, das war härter, ehrlicher und rauer. Aber es dauerte doch bis zum Herbst 91 als die Erweckung kam. Diese Erinnerung hat sich in mein Hirn gebrannt und wird für immer dort verankert sein, inklusive Gänsehaut und Gefühlen dazu.

Es traf sich, das es damals ( oh mein Gott, aber ........ 30 Jahre ) eh nur einen Musiksender im Fernsehen gab. Auf Englisch. MTV. Und das gute alte MTV hatte eine Sendung die hieß Dial. Dort konnte jeder - natürlich nur US Bürger, denn von uns hätte das Ferngespräch so viel gekostet, das ich bis heute die Rechnung zurückzahlen müsste - anrufen und einen Song voten. Zu der Zeit gabs immer hier diese Kuschelnummer von GNR "Don´t cry". Und auf das waren wir jeden Abend gespannt. Hör ich heut auch noch gern mal, weiß aber nicht, warum uns das damals so gejuckt hat. Und irgendwann sagt der Sprecher was von "NJU ÄNTRI" - super, noch einen Song warten bis Don´t Cry - und es begann ein Video aus einer alten Turnhalle, Schrubbelklampfe an. ZACK - Nirvana kam in die deutschen Vorstadtwohnzimmer. Und damit war eine ganze Generation voll im Arsch. Kein Supersolo, kein irgendwas gigantisches, nur Smells like Teen Spirit. "Here we are now - entertain us".

Leider traf es sich halt auch, das die ganzen Popper und Top Ten Anbeter auch diesen Song gut fanden. Aber dieses Mal war es egal. Und für mich war es der Ausbruch und der Aufbruch in das, was wohl als Pubertät begann und irgendwie bis heute nicht vorbei ist.

Ja, ja, so war das damals. Es kamen dann noch viele solcher Momente, Rage against the Machine, Therapy? und viele Bands und Lieder, die die gleiche Energie in mir frei setzten. Aber dieses erste Mal, das sitzt, wird immer sitzen.

Mittlerweile bin ich natürlich älter geworden und auch mein Musikgeschmack hat sich breiter gefächert. Im Grunde aber bin ich meiner Rockmusik treu geblieben. Hab die siebziger für mich entdeckt, auch die Country Music läuft ab und an ( Natürlich nur die Rebellen und nicht die Schleimscheißer von der WASP Front ) bin jetzt eher bei Pink Floyd als bei den Sex Pistols aber trotzdem. Ein Kief Riff und Micks Gejaule bringt mich immer noch aus jeder schlechten Gedankenwelt die mir leider zu eigen geworden ist. Meine zehn Alben Liste ( die für die Insel ) wird alle paar Jahre mal umgeschrieben. Zum Beispiel sind die Doors nicht mehr ganz dabei. Okay, Doors.............. Um die gleiche Zeit etwa als Kurt die Welt mit seinen Songs erschütterte verfilmte Oliver Stone Jim Morrisons Geschichte, die Geschichte der Doors. Keine Ahnung warum ich mich da so wiederfinden konnte. Das Saufen kam bei mir erst später, das kann es um die Zeit nicht gewesen sein. Auf alle Fälle hab ich sie geliebt. Hatte eine Jim Morrison Fahne bei mir an der Wand hängen ( die hab ich immer noch, aber nicht mehr an der Wand ) hatte alle Alben ( wo von eine wirklich Schotter ist ) und das Zeug lief rauf und runter. Die Bücher, die Veröffentlichungen der Gedichte von Morrison. Ich wollt sogar mal sein Outfit kopieren. Bin kläglich gescheitert, aber die Musik und die Texte waren sehr wichtig für mich. Aber ich wurde älter und ............ ich musste die Entscheidung für mich treffen mit dem exzessiven Saufen aufzuhören. Und damit hab ich auch Jim beerdigen müssen. So kann ich ab und an noch ein zwei Songs hören aber meine Inszenierung von When the musics over mit meiner Bong - ist halt Geschichte. Viel Geschichte viel Party. Viel Schmerz. Aber Geschichte. Aber wer mal Bock hat sich darauf einzulassen - hört euch Light my fire komplett an. Die LP Version, nicht das verhackstückelte Mistdrumm was auf manch Zusammenfassung zu finden ist. Nein, die ganzen Siebeneinhalb Minuten. Und da kann jeder erkennen, das die Doors mehr waren als nur Jim. Das einsetzende Gitarrensolo von Krüger auf Manzareks burlesken Orgelspiel. Der Hammer. Wirklich. Doppelschwör.

Schon wieder abgeschweift. Was war der Grund des Schreibens? Musik, ja, Musik als solches. Aber ist Musik nicht immer auch ein Teil der eigenen Seele? Ein Erinnerungshelfer der sich mit einätzt in alle Gefühlslagen? Bei mir ist das so. Ich erinnere mich an mein erstes Mal. DAS erste Mal und es lief "no woman no cry" vom Bob Marley. Ich kann heute noch das Parfüm meiner damaligen Freundin riechen, wenn der Song läuft. Vor allem, wenn mich der Song unerwartet trifft. ( Es war übrigens ganz unspektakulär das Nivea Deo für Frauen )

Aber es schon interessant. Manche Lieder sind bei mir gespeichert und bilden eine Flut von kurzen Sequenzen wieder - andere direkte Momente glasklar. Verwirrend aber ........ is so.

Diese Fähigkeit, das Klänge in Harmonien solch Gewalt über die Gefühls haben können fasziniert mich immer wieder. Und wahrscheinlich ist das auch der Grund warum ich mit Menschen die "hören was im Radio kommt" selten Freundschaften schließen kann. Mir ist es unbegreiflich, wie jemand Musik so oberflächlich (un)wahrnehmen kann. Naja, überhaupt Radiomucke ist eh ein Ding für sich. Wenn ich über etwas wirklich froh bin in dieser neuen vernetzten Welt ist, das ich nicht mehr darauf angewiesen bin, diese Sender zu hören. Wo selbst bei den besten der Zunft nur ein fünftel unter brauchbar einzustufen ist. Und darum tret ich, das Radio klein - sang schon der Farin. Aber das ist zum Glück wirklich Geschichte. Als alter Nostalgiker habe ich natürlich meine Probleme mit Playlist - Gezeter und so Zeug gehabt. Aber überall seinen Plattenspieler mitschleppen ist auch unkomod. So hab ich mich halt dann doch mal an diese ganzen modernen Sachen rangemacht und siehe - es ist gut. Natürlich kommt nix hin eine LP aus dem Cover zu streifen, sie vorsichtig auf den Teller zu legen und die ganze Seite anzuhören. Mit Knistern und allem drum und dran. Aber für die meiste Zeit ist es halt unmöglich diese Situationen zu nutzen.


 
 
 

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