Katastrophen sind subjektiv
- Fz Me
- 19. Feb. 2020
- 2 Min. Lesezeit
Hach, wie schnell es doch jedem mal von den Lippen geht - welch Katastrophe. Egal ob das alte Emaille Schüßerl von der Oma zerbrochen ist, der Biomüll zum Woodstock der Fliegen wurde oder weit entfernt auf diesem Planeten irgendwas negatives passiert.
Dabei sind wir es selbst. Oder besser ich bin es doch selbst, der ein Ereignis - etwas anders ist es per se ja nicht - zu einer Katastrophe mache. Natürlich geht die Beeinflussung von Außen einher. Materiell wertvoll ist kaputt? Katastrophe? Ja, sagen einige - wenn der Ferrari sich überlegt hat mit dem nächstbesten Alleebaum einen Lamourhatscher zu veranstalten - ist sowas schon eine Katastrophe. Weil, Ferrari kostet viel Geld, oder die Freunde von der Naturliebhaberfront sehen den Schaden am Baum. Oder es ist emotional wertvoll. Meistens bei Kindern ist dies so. Da ist ein Stock vom Boden schon mal der gute Freund und der Vater schmeißt den einfach weg. Gefühlt für das Kind eine Katastrophe, da das Leben jetzt ohne Flimbusch Fladerad oder Bömmlbimml stattfinden muss. Somit ist es die ganz persönliche Bindung an etwas oder jemanden was beim Verlustfall als Katastrophe empfunden werden kann. Interessanterweise ist auch der Begriff Naturkatastrophe immer von Wertfindung beeinflusst. Wenn also ein geschmeidiger 4er Hurrikan sich über dem Atlantik austobt ist das für manch Fischer oder gewisse Handelsflotten unangenehm aber für die breite Menschheit nicht einsortierbar, weil ja nichts passiert ist, während ein anderer mit Kategorie 3 sich tief in das Katastrophengedächtnis der Menschen einprägt, weil er halt direkt auf Miami, Havanna oder bei Carabelle den New River soweit aufstaut, das die Kleinstadt aussieht wie Venedig. Anderes Beispiel ist Mr. Supermeteor aus der Zeit von 63 Millionen vor unserer Zeitrechnung. Katastrophe, warum? Weil der Himmelskörper - wohl mit Hilfe eines Mantelplums auf der anderen Seite ( siehe Dekkan-Trapp ) mit seinem Impakt zum Niedergang der Dinosaurier beigetragen hat. Diesen niedlichen kleinen Monstern, die in einer gewissen Phase jeden Jungen im Kindesalter mal faszinieren. Also klarer Fall - Katastrophe. Das unser lieber Heimatplanet schon viel üblere Sachen in seiner Geschichte erlebt hat - Scheißegal. Die Dinos sind nicht mehr. Braucht niemand wissen, das wenn die Dinos noch wären, die Möglichkeit, das ich mir Gedanken machen würde, wie es zur subjektiven Einstellung von Katastrophen machen könnte, äußerst gering wären. So ein kleiner T-Rex macht sich schlecht als Kettenhund. Menschen nicht an der Spitze der Nahrungskette? Denkt mal drüber nach. Aber ich schweife schon wieder ab. Verdammtes Abdriften. Wo war ich? Ja, genau, die Einstellung macht ein Ereignis zur Katastrophe. Klingt ein wenig nach dem Problem mit der Katze des Herrn Schrödinger. Ist es nicht auch so, das der Zustand der Katze erst dann entdeckt wird, wenn wir nachschauen? Quantenphysik im Sinne der Erkenntnisforschung des subjektiven Wahrnehmens. Klingt doch toll, oder?
Auch ein schönes Beispiel sind diverse Weltwirtschaftskrisen, die auch zu Katastrophen wurden. Ökonomische Katastrophen. Für diejenigen, die es betroffen hat auf alle Fälle.
Zurück zum Thema. Alles katastrophale wird nur, weil wir es werten.
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